Carmen Flum


Armeleutemalerei


Darstellungen der Armut im deutschsprachigen Raum 1830-1914


ISBN 978-3-942919-00-5


Leineneinband mit Titelschild, Fadenheftung,

26 x 18,5 cm, 260 Seiten, 115 Abbildungen


48,00 € [D]/49,40 € [AT]


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Als »Armeleutemalerei« bezeichneten viele Kunstkritiker die Darstellungen von Armut und Elend, die Ende des 19. Jahrhunderts auf den Ausstellungen überall in Europa zu sehen waren. Dieser Band beleuchtet erstmals die Armut in der deutschen Kunst von 1830 bis 1914 aus verschiedenen Perspektiven. Auf der Basis zeitgenössischer Quellen (Ausstellungs- und Sammlungskataloge, Monographien, Kunstzeitschriften sowie andere illustrierte Zeitschriften) wurden rund 680 Armeleutebilder, -zeichnungen und -graphiken gesammelt und ausgewertet. So konnte ermittelt werden, wie hoch der Anteil der Armutsdarstellungen auf den Akademieausstellungen in Berlin und München war oder welche Gemälde in den illustrierten Zeitschriften zur Abbildung kamen. Dem Umgang mit der Armut in den Satirezeitschriften Fliegende Blätter und Simplicissimus ist ein weiterer Abschnitt gewidmet.


Armut hatte im 19. Jahrhundert viele Gesichter und bot den Künstlern eine Fülle von Möglichkeiten bei der Umsetzung. Ein umfangreiches Kapitel beschäftigt sich daher mit den Themen der Armeleutemalerei und zeigt, wie sich diese über die Jahre verändert und entwickelt haben. Mit Ferdinand Georg Waldmüller, Carl Wilhelm Hübner, Ludwig Knaus, Max Liebermann, Fritz von Uhde, Heinrich Zille, Käthe Kollwitz und Hans Baluschek werden darüber hinaus acht Maler vorgestellt, die sich in ihren Werken intensiv mit Not, Elend und sozialer Ungerechtigkeit auseinandergesetzt haben.


In den Ausstellungsbesprechungen wurde die Armeleutemalerei kontrovers diskutiert. Armut in der bildenden Kunst war offensichtlich ein Gegenstand, der die Gemüter erhitzen konnte, bis hin zum Kaiser. Die Kritiker denunzierten viele Bilder, die Hunger und Elend zeigten, als »sozialistische Tendenzbilder« oder taten sie ab als »Pariser Import«. Nur selten ging es bei den Besprechungen wirklich um die Gemälde.


Schließlich stellt sich die Frage, was die Armeleutemalerei beabsichtigte – und was sie faktisch bewirkt hat. Denn fast immer ging das Publikum davon aus, dass ein Maler mit der Darstellung armer Frauen, Männer und Kinder etwas bezweckte. Bei der Wirkung der Gemälde und Graphiken spielte wiederum die soziale Haltung des Betrachters eine Rolle. Und so widmet sich der letzte Teil des Buches den Visionen der Armeleutemaler und dem tatsächlichen Einfluss ihrer Werke auf Politik und Gesellschaft.


Der Band enthält 115 Abbildungen (60 davon in Farbe), drei tabellarische Aufstellungen, ein Verzeichnis der Werke, die der Untersuchung zugrunde liegen, sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis und Personenregister.


Rezensionen:


Maximiliane Buchner, Rezension von: Carmen Flum: Armeleutemalerei. Darstellungen der Armut im deutschsprachigen Raum 1830-1914, Merzhausen: ad picturam 2013, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 11, 15.11.2015: http://www.sehepunkte.de/2015/11/24617.html.


Elke Brüns, Raus aus dem Rinnstein. Mitleid oder Voyeurismus? Carmen Flum untersucht das Genre der „Armeleutemalerei“, in:  Der Tagesspiegel (Berlin), 22.4.2014,

URL: http://www.tagesspiegel.de/kultur/armut-in-der-kunst-raus-aus-dem-rinnstein/9790840.html

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