Fiona Hesse


Zeit und Gehen


Über die Verbildlichung zeitlicher Strukturen in der

Kunst von Hamish Fulton


Französische Broschur, Fadenheftung, 25,5 x 18 cm,

ca. 300 Seiten, 150 Abbildungen

ISBN 978-3-942919-10-4


Erscheinungstermin: Sommer 2019

Kann Gehen Kunst sein? Und wie lässt sich etwas so Ephemeres wie Zeit verbildlichen? Seit bald 50 Jahren unternimmt der britische Walking Artist Hamish Fulton Wanderungen auf der ganzen Welt und transformiert seine Erfahrungen in Form unterschiedlichster Kunstwerke. Zum ersten Mal widmet sich eine Dissertation seinem künstlerischen Schaffen und zeichnet das Bild eines äußerst vielschichtigen und überraschend politischen Künstlers.

»No walk, no work« – jedem materiellen Kunstwerk Fultons geht eine Wanderung voraus, die er mithilfe von selbst auferlegten Regeln nicht nur örtlich und thematisch eingrenzt, sondern vor allem zeitlich strukturiert. Die Dissertation stellt die These auf, dass sich dies in seinen Arbeiten für die Kunstbetrachter sicht- und nachvollziehbar manifestiert. Bislang fehlt ein monographisches Überblickswerk oder gar ein Werkverzeichnis, das Fultons umfangreiches Œuvre grundlegend erläutert. Die Arbeit nimmt daher erstmals Unterscheidungen seiner Kunst in Werkgruppen vor und klärt von ihm häufig verwendete Begrifflichkeiten. Darüber hinaus bündelt sie einleitend wesentliche Erkenntnisse über die Darstellung von Zeit in der Kunst und zeigt im Kontext von Hamish Fultons künstlerischem Werdegang auf, wie sich Gehen als Kunstform etablieren konnte.


Die Analyse ausgewählter Arbeiten ergibt, dass Zeit in all ihren Facetten selbstverständlicher Teil von Hamish Fultons Kunst ist und visuell mithilfe einer ganz eigenen Ikonographie sowie im Zuge seiner partizipativen Gehangebote auch physisch-sinnlich nachvollzogen werden kann.


Gängige Aussagen in der Literatur sowie des Künstlers selbst wurden kritisch reflektiert und im Kontext der Kunst-

geschichte diskutiert. Hier zeigt sich, dass seine Kunst von einem starken umweltpolitischen und gesellschafts-

kritischen Kommentar bestimmt wird. Wie kaum ein anderer international tätiger Künstler setzt sich Fulton zudem seit Jahrzehnten für die Belange Tibets ein und prangert bis in seine Kunst hinein die Ungerechtigkeit an, der die Tibeter und ihre Kultur unterworfen sind.


Die Dissertation ist als erster, intensiver Zugang zu Fultons künstlerischer Praxis zu verstehen und bietet eine solide Grundlage für weiterführende Forschungen.


Für ihre Dissertation wurde Fiona Hesse mit dem Wetzstein-Preis für Kunstgeschichte 2018 ausgezeichnet.



Coverabbildung: © Hamish Fulton, Bardo (Detail), 2009

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