Wolfgang Loibl


Wie der Titel zu den Bildern kam


Die livrets des Pariser Salons


Hardcover, Fadenheftung, 25 x 18 cm,

ca. 250 Seiten, ca. 100 Abbildungen

ISBN 978-3-942919-15-9


Das E-Book zu dieser Publikation erscheint auf

arthistoricum.net (Open Access)


Erscheinungstermin: Mai 2024

Heute sind Titel an und neben Kunstobjekten in Museen, Sammlungen, Ausstellungen und Katalogen sowie ihre Verwendung in Kunstkritik, kunstwissenschaftlichem Diskurs und medialer Berichterstattung allgegenwärtig. Das war nicht immer so: Lange Zeit waren Gemälde und Bildhauerarbeiten mit traditionellen Bildmotiven aus Religion, Geschichte und Mythologie auch ohne  Betitelung hinreichend verständlich. Weshalb, ab wann und unter welchen Begleitumständen entstanden dennoch Titel?


Die sogenannten livrets – die Ausstellungskataloge der Pariser Académie royale de peinture et de sculpture – geben Antwort auf diese Frage. Die 1648 unter der Herrschaft Ludwigs XIV. gegründete Kunstakademie veranstaltete ab dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts bis zu ihrer Auflösung im Zuge der Französischen Revolution zunächst unregelmäßig, ab 1737 aber alle zwei Jahre Ausstellungen ihrer Mitglieder im sogenannten Salon de Paris. Aufgrund ihrer langen, kontinuierlichen Publikationsreihe bilden die livrets mit dem Verzeichnis der jeweiligen Ausstellungsobjekte eine hervorragende Quelle zur diachronischen Untersuchung der Titelentstehung. Diese ersten Ausstellungskataloge zeitgenössischer Kunst in Europa waren bisher nicht Gegenstand einer systematischen Auswertung unter dem Gesichtspunkt der Titelgebung.


Die Titel-Genese zeigt einen schrittweisen Übergang von ausführlichen Beschreibungen der ausgestellten Arbeiten hin zu prägnant gefassten Kurztiteln: Das Aufkommen neuer, bis dahin unbekannter Bildmotive, die Entwicklung des Kunstmarkts und die beginnende Kunstkritik verlangten und begünstigten die Entwicklung kurzer, leicht lesbarer Titel, die eine rasche Identifikation des Werkinhalts sowie den kunsttheoretischen Diskurs über Künstler und Werk erleichterten:

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts verstand die kunstinteressierte Öffentlichkeit die Benennung der Ausstellungsobjekte im Salon-Führer als Titel – der Titel war bei den Bildern angekommen.


Angesichts der überragenden Stellung der Académie im europäischen Kunst- und Kulturleben kam ihr eine Vorbildwirkung zu: Salon und Titelgebung bereiteten den Weg nicht nur für die ersten Museen in Frankreich, sondern darüber hinaus für den Beginn des modernen Kunstbetriebs.


Dieser Band erscheint mit freundlicher Unterstützung des

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