Vorschau

Elisabeth Oy-Marra und Irina Schmiedel (Hg.)


Zeigen – Überzeugen – Beweisen


Methoden der Wissensproduktion in Kunstliteratur, Kennerschaft und Sammlungspraxis der Frühen Neuzeit


Broschur, Fadenheftung, 24 x 17 cm,

ca. 400 Seiten, 108 Abbildungen


ISBN 978-3-942919-07-4


Erscheinungstermin: Frühjahr 2019

Unter anderem mit Beiträgen von

Carolin Behrmann, Heiko Damm, Florike Egmond, Frances Gage, Francesco Grisolia, Annkatrin Kaul,

Elisabeth Oy-Marra, Lorenzo Pericolo, Maria Rosa Pizzoni, Simonetta Prosperi Valenti Rodinò, Claudia Reufer, Irina Schmiedel, Eva Struhal und Ingrid Vermeulen


Autopsie und Empirie erlebten in der Frühen Neuzeit einen erheblichen Aufschwung, der nicht zuletzt auch für die Betrachtung von Kunst konstitutiv war. Die hiermit verbundenen Strategien des Zeigens, des Überzeugens und Beweisens spielten nicht nur in der frühneuzeitlichen Wissenschaftspraxis eine tragende Rolle, sondern in zunehmendem Maße auch in der zeitgenössischen Kunstliteratur und der noch jungen Disziplin der Kennerschaft. Besonders deutlich wird die Bedeutung jener Konzepte zudem in den Bereichen der Sammlung und Präsentation von Zeichnungen. Hier bediente man sich verschiedener visueller und textueller Evidenzverfahren, etwa um spezifische Ordnungsmuster darzustellen, Zuschreibungen zu stützen oder weitere Informationen zu vermitteln.  


Der Sammelband vereint einen Großteil der Beiträge des Workshops Zeigen – Überzeugen – Beweisen. Formen der Erzeugung und Vermittlung von Wissen in Kunstliteratur, Kennerschaft und Sammlungspraxis der Frühen Neuzeit, der vom 5. bis 7. Oktober 2017 im Rahmen des DFG-geförderten Projektes Die Materialität der Wissensordnungen und die Episteme der Zeichnung. Die Zeichnungsalben des Sebastiano Resta in Mainz stattfand.


Neben der Diskussion von Autopsiekonzepten und ihrer Anwendung in der sich konstituierenden Kunstgeschichte des 17. Jahrhunderts und ihrer ›Verwissenschaftlichung‹ im 18. Jahrhundert wurde anhand verschiedenster Materialien und Methoden nach dem konkreten Umgang der Protagonisten jener Zeit mit gängigem ›Text‹- und ›Bildwissen‹ gefragt – und dies in ganz unterschiedlichen Bereichen. Welche Formen der Rhetorik und welche Argumentationsweisen, welche Begrifflichkeiten und Praktiken kommen dabei zur Anwendung? Lassen sich methodische Beeinflussungen oder Entlehnungen, etwa von Seiten der Naturgeschichte oder der antiquarischen Studien auf Kunstgeschichte und Kennerschaft festmachen? Und wie lässt sich – auf eher disziplinärer Ebene – das Verhältnis zwischen Kunstliteratur und Sammlungs- sowie kennerschaftlicher Praxis charakterisieren?


All jene Themen und Fragen lassen sich als mögliche Scharniere zwischen verschiedenen Sammlungs- und Wissensbereichen verstehen und erlauben nicht zuletzt eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der im Entstehen begriffenen ›Kunstgeschichte am Objekt‹.

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© 2018 ad picturam Fachverlag für kunstwissenschaftliche Literatur e.K.